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Gefälschte Pokémon-Karten erkennen: sechs Prüfungen ohne Werkzeug

Licht, Kante, Druckraster, Gewicht, Rückseite, Schrift. Woran du eine Fälschung erkennst, bevor du bietest.

Von , Geschäftsführer der The Agentics GmbH

Fälschungen sind besser geworden. Was vor zehn Jahren am Papier scheiterte, sieht heute auf einem Handyfoto täuschend echt aus. Die gute Nachricht: Wer weiß, worauf er achtet, erkennt die meisten in unter einer Minute, ohne Werkzeug und ohne Labor. Hier stehen sechs Prüfungen in der Reihenfolge, in der man sie tatsächlich macht.

1. Die Rückseite

Der schnellste Blick, und der aussagekräftigste. Echte Rückseiten haben eine sehr bestimmte Farbe, ein tiefes Blau, das über die ganze Fläche gleichmäßig bleibt. Fälschungen ziehen ins Violette oder ins Graue, und der Farbverlauf am Rand wirkt fleckig.

Halt eine Karte daneben, von der du sicher weißt, dass sie echt ist. Ein direkter Vergleich schlägt jede Erinnerung. Wenn du in einer Show bist: Bitte den Verkäufer, zwei Karten nebeneinander zu halten. Wer nichts zu verbergen hat, macht das sofort.

2. Die Schrift

Schau auf die kleinste Schrift, die die Karte hat: die Zeile mit Illustrator, Copyright und Kartennummer am unteren Rand. Bei echten Karten ist sie gestochen scharf, auch wenn sie winzig ist. Bei Fälschungen franst sie aus, weil sie mit einem gröberen Verfahren gedruckt wurde.

Zweite Stelle: der Energiesymbol-Kreis bei den Attacken. Dort sitzen feine Ränder, die beim Nachdruck fast immer verschwimmen.

3. Das Licht

Kipp die Karte unter einer Lampe. Echte Karten mit Folienoberfläche zeigen ein Muster, das sich beim Kippen bewegt, und der Glanz liegt unter der Oberfläche. Fälschungen legen den Glanz obendrauf, deshalb wirkt er wie eine aufgeklebte Folie und blitzt gleichmäßig über die ganze Karte.

4. Die Kante

Eine echte Karte besteht aus drei Schichten, und in der Mitte liegt eine dünne schwarze Lage. An der Kante ist sie als feiner dunkler Strich zu sehen, wenn man genau hinschaut. Fehlt dieser Strich, oder ist die Kante durchgehend weiß, ist das ein starkes Zeichen.

Vorsicht: Auch echte Karten können an der Kante hell aussehen, wenn sie stark abgegriffen sind. Dieses Merkmal zählt nur zusammen mit den anderen.

5. Das Gewicht und der Griff

Fälschungen fühlen sich meist zu glatt an oder zu weich. Echte Karten haben eine leichte Textur, die man mit dem Daumen spürt. Wer viele Karten in der Hand hatte, merkt den Unterschied sofort, und genau deshalb ist es beim Kauf über Distanz wichtig, dass jemand die Karte für dich in der Hand hält und beschreibt.

6. Der Lichttest

Halt die Karte gegen eine helle Lampe. Durch eine echte Karte scheint fast nichts hindurch, die schwarze Mittelschicht blockt das Licht. Bei einer Fälschung siehst du die Umrisse des Aufdrucks durchscheinen. Das ist der eindeutigste Test, den man ohne Werkzeug machen kann.

Was das für den Kauf in einer Show bedeutet

Du kannst keine Karte anfassen, die jemand anderes in der Hand hält. Deshalb gilt eine einfache Regel: Lass dir zeigen, was du sehen willst. Rückseite, Kante, Karte im Licht gekippt. Ein Verkäufer, der das nicht macht, hat entweder keine Zeit oder etwas zu verbergen, und beides ist ein Grund, nicht zu bieten.

Bei benoteten Karten stellt sich die Frage anders. Ein Prüfdienst hat die Echtheit bereits geprüft, bevor die Karte ins Gehäuse kam. Was ein Slab ist und was auf dem Etikett steht, erklärt der Text Was ist ein Slab?.

Bei uns gilt: Entweder du siehst das Stück, bevor du bietest, oder das Siegel kommt original vom Hersteller. Am 15. September um 18 Uhr geht es los. Sichere dir vorher einen Beta-Platz, dann siehst du die erste Show von innen.