Was ist ein Slab? Die eingeschweißte Karte, kurz erklärt
Ein Slab ist eine Karte, die ein Prüfdienst benotet und eingeschweißt hat. Was die Note bedeutet, warum das Gehäuse zubleibt und worauf du beim Kaufen achtest.
In deiner ersten Show wirst du es sehen: Jemand hält eine Karte in die Kamera, aber du siehst gar keine Karte. Du siehst einen Block aus klarem Kunststoff, oben ein Etikett mit einer Zahl darauf. Das ist ein Slab, und der Name kommt genau daher: eine Platte, in der die Karte steckt.
Was da eigentlich passiert ist
Der Besitzer hat die Karte an einen Prüfdienst geschickt. Dort haben Leute sie unter Licht und Lupe angesehen und vier Dinge bewertet: die Zentrierung des Bildes, den Zustand der Ecken, die Kanten und die Oberfläche. Daraus wird eine Note. Danach wird die Karte in ein verschweißtes Gehäuse gelegt, das sich nicht öffnen lässt, ohne dass man es sieht.
Dieser Vorgang heißt Grading. Was du kaufst, ist ab diesem Moment nicht mehr nur eine Karte, sondern eine Karte plus ein Urteil darüber, in welchem Zustand sie ist.
Die Zahl auf dem Etikett
Die gängige Skala geht von 1 bis 10. Eine 10 heißt: dem Prüfer ist nichts aufgefallen. Eine 9 heißt: eine Kleinigkeit, meist an einer Ecke oder in der Zentrierung. Ab 8 abwärts sieht man die Gründe oft schon mit bloßem Auge.
Der Preisunterschied zwischen zwei Noten ist selten linear. Bei begehrten Karten kann der Sprung von 9 auf 10 den Preis verdoppeln oder mehr, während zwischen 7 und 8 kaum etwas passiert. Das liegt daran, dass Sammler nicht die Karte kaufen, sondern die Seltenheit dieser bestimmten Note.
Warum das Gehäuse zubleibt
Ein geöffneter Slab ist kein Slab mehr. Die Note gilt für die Karte in genau diesem Gehäuse, mit genau dieser Nummer, und die Nummer lässt sich beim Prüfdienst nachschlagen. Wer das Gehäuse aufmacht, hat wieder eine lose Karte und muss von vorn anfangen.
Für dich als Käufer ist das der eigentliche Vorteil: Du musst dem Verkäufer nicht glauben, dass die Ecken in Ordnung sind. Es steht auf dem Etikett, und geprüft hat es jemand, der die Karte nicht verkaufen will.
Worauf du in einer Show achtest
- Lass dir das Etikett zeigen. Darauf stehen Name der Karte, Set, Jahr, Nummer und die Note. Alle fünf Angaben zusammen ergeben erst das, was du kaufst.
- Lass dir die Zertifikatsnummer nennen. Sie lässt sich beim Prüfdienst nachschlagen. Ein Verkäufer, der sie nicht zeigen will, hat einen Grund dafür.
- Achte auf das Gehäuse selbst. Kratzer im Kunststoff sind normal und mindern den Wert der Karte nicht. Risse, Klebespuren oder ein Etikett, das schief sitzt, sind ein Grund nachzufragen.
- Vergleiche die Note nicht über Prüfdienste hinweg. Eine 9 des einen Dienstes ist nicht automatisch eine 9 des anderen. Die Maßstäbe sind unterschiedlich streng, und der Markt bezahlt das auch unterschiedlich.
Muss es überhaupt ein Slab sein?
Nein. Für viele Karten ist Grading die Mühe nicht wert, und eine schöne lose Karte in einer Hülle macht genauso viel Freude. Der Slab lohnt sich, wenn drei Dinge zusammenkommen: Die Karte ist gefragt, ihr Zustand ist gut, und der Unterschied zwischen zwei Noten macht beim Preis wirklich etwas aus.
Wann das rechnerisch aufgeht, steht ausführlich im Text Grading: Wann sich das Benoten einer Karte lohnt.
Kurz gesagt
Ein Slab ist eine Karte mit einem beglaubigten Zustand. Du kaufst nicht die Einschätzung des Verkäufers, sondern die Einschätzung eines Dritten, und die kannst du nachprüfen. Genau deshalb sind Slabs in Live-Auktionen so verbreitet: Sie machen einen Kauf möglich, bei dem du das Stück nie in der Hand hattest.