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Seltene Pokémon-Karten: die Symbole und Kürzel erklärt

Kreis, Raute, Stern und die neuen Stufen seit 2023: wie du die Seltenheit einer Pokémon-Karte abliest und warum selten nicht dasselbe ist wie wertvoll.

Von , Geschäftsführer der The Agentics GmbH

Eine eingeschweißte Pokémon-Packung, auf der Schachtel Dragoran, Ho-Oh, Mewtu, Lucario und Glurak vor buntem Hintergrund.

Unten rechts auf jeder Pokémon-Karte sitzt ein kleines Zeichen. Ein Kreis, eine Raute, ein Stern, bei neueren Karten auch zwei oder drei Sterne in Silber oder Gold. Dieses Zeichen ist die Seltenheitsstufe, und es ist die erste Angabe, die geübte Sammler an einer fremden Karte ablesen. Dieser Text zeigt, wo es steht, was jede Stufe bedeutet, welche Kürzel dazugehören, und er räumt am Ende mit dem Missverständnis auf, das die meiste Enttäuschung verursacht: Selten und wertvoll ist nicht dasselbe.

Stand: 12. September 2026. Wo Preise vorkommen, stehen Datum und Quelle dabei.

Die kurze Antwort

  • Kreis, Raute, Stern heißen häufig, nicht häufig und selten. Diese drei gibt es seit 1996 und sie decken den größten Teil jeder Sammlung ab.
  • Seit 2023 kommen Stufen mit mehreren Sternen dazu, in Schwarz, Silber und Gold. Sie stehen für die Karten, die pro Display nur einmal oder seltener auftauchen.
  • Die Nummer unter dem Symbol verrät mehr als das Symbol selbst. Ist die erste Zahl größer als die zweite, hältst du eine geheime Seltenheit in der Hand.
  • Das Symbol sagt, wie oft eine Karte im Booster steckt. Es sagt nichts darüber, wie viele es auf der Welt gibt, und nichts über den Preis.

Wo das Zeichen steht

Bei fast allen Karten seit 1996 findest du es in der unteren rechten Ecke, direkt neben der Kartennummer und dem Setsymbol. Die Nummer selbst ist zweiteilig und sieht aus wie 58/102: die Nummer der Karte, dann die Größe des Sets. Bei sehr alten Karten ohne Setsymbol steht das Seltenheitszeichen an derselben Stelle allein.

Drei Dinge liegen dort dicht beieinander und werden regelmäßig verwechselt: das Setsymbol sagt, aus welcher Erweiterung die Karte stammt, die Nummer sagt, die wievielte sie darin ist, und nur das dritte Zeichen ist die Seltenheit. Das kleine Zeichen für die erste Auflage sitzt dagegen woanders, nämlich links unter dem Bild, und ist keine Seltenheitsstufe. Was es bedeutet, steht in Erste Edition erkennen.

Die drei klassischen Stufen

Zeichen Name Kürzel Was das heißt
Kreis Häufig, englisch Common C Der Großteil jedes Boosters. Diese Karten liegen in fast jeder Sammlung mehrfach.
Raute Nicht häufig, englisch Uncommon U Mehrere je Booster. Oft Trainer- und Spezialenergiekarten.
Stern Selten, englisch Rare R In der Regel eine je Booster. Glänzt die Karte zusätzlich, heißt sie Holo Rare.

Kreis und Raute sind der Stoff, aus dem Bulk besteht: Karten, die einzeln niemand sucht und die deshalb als Posten gehandelt werden. Was das in Zahlen bedeutet, rechnet Pokémon-Karten in großer Menge verkaufen vor.

Die Stufen seit 2023

Mit der Serie Karmesin und Purpur hat der Hersteller die Skala nach oben geöffnet. Statt einer einzigen Spitze gibt es seitdem mehrere Stufen, und sie unterscheiden sich an Zahl und Farbe der Sterne. Die deutschen Karten tragen dieselben Zeichen wie die englischen, die Namen sind aber im Markt fast immer die englischen, und danach wird auch gesucht.

Zeichen Name Kürzel Was darauf zu sehen ist
Zwei schwarze Sterne Double Rare RR Pokémon ex im gewöhnlichen Kartenrahmen
Ein goldener Stern Illustration Rare IR Vollbild-Illustration eines Pokémon ohne ex
Zwei silberne Sterne Ultra Rare UR Vollbild von Pokémon ex und von Unterstützerkarten
Zwei goldene Sterne Special Illustration Rare SIR, SAR Vollbild-Illustration von ex und Unterstützern, die begehrteste Stufe
Drei goldene Sterne Hyper Rare HR Karten mit goldenem Rahmen
Ein rosafarbener Stern ACE SPEC Rare ACE Trainer- oder Energiekarten, von denen nur eine je Deck erlaubt ist
Ein hohler goldener Stern Shiny Rare SR schillernde Pokémon in abweichender Färbung

Zum 30-jährigen Jubiläum kommt eine weitere Stufe dazu, Futuristic Rare, zum Start mit Mewtu und Mew. Was das Jubiläumsset sonst bringt, steht in 30 Jahre Pokémon, und welche Sets wann erscheinen, im Release-Kalender 2026.

Kürzel, die keine Seltenheit sind

Direkt neben dem Namen des Pokémon stehen oft Buchstaben, und die werden gern für eine Seltenheitsangabe gehalten. Sie sind es nicht: Sie beschreiben die Kartenart, also wie die Karte im Spiel funktioniert. Über die Jahre gab es EX und später ex, dazu GX, V, VMAX und VSTAR. Diese Karten sind fast immer selten, aber das sagt das Zeichen unten rechts, nicht der Buchstabe neben dem Namen.

Zwei weitere Begriffe gehören dazu, weil sie ständig auftauchen:

  • Reverse Holo ist keine eigene Stufe. Es ist dieselbe Karte mit glänzendem Hintergrund statt glänzendem Bild. Eine Common bleibt eine Common, auch als Reverse Holo.
  • Promo erkennst du an einem schwarzen Stern mit dem Wort PROMO an der Stelle, an der sonst die Seltenheit steht. Promokarten kommen nicht aus Boostern, sondern aus Veranstaltungen, Beilagen und Sonderpackungen. Ihre Auflage kann winzig oder riesig sein, und das Zeichen unterscheidet die beiden Fälle nicht.

Geheime Seltenheiten an der Nummer erkennen

Der schnellste Griff steht nicht im Symbol, sondern in der Nummer. Steht dort 199/165, also eine erste Zahl, die größer ist als die Setgröße, liegt eine geheime Seltenheit vor, englisch Secret Rare. Diese Karten sind offiziell nicht Teil des Sets und fallen deutlich seltener aus dem Booster als alles, was in der Nummerierung noch innerhalb liegt.

Das ist auch der Grund, warum ein Blick auf die Nummer beim Sortieren mehr bringt als ein Blick auf das Symbol: Die Nummer ist eindeutig, das Symbol lässt Spielraum.

Warum selten und wertvoll nicht dasselbe ist

Das Seltenheitszeichen beantwortet genau eine Frage: Wie oft steckt diese Karte in einem Booster? Es beantwortet drei andere nicht: Wie viele wurden insgesamt gedruckt? Wie viele haben in gutem Zustand überlebt? Und will die jemand haben? Der Preis entsteht aus diesen dreien, nicht aus dem Zeichen.

Ein Gegenbeispiel, das man nachrechnen kann. Drei Karten aus dem englischen Grundset von 1999 tragen dasselbe Zeichen, den Stern, und sind alle drei Holo Rare. Die Preisdatenbank PriceCharting nannte am 12. September 2026 für die ungegradete Karte folgende Werte:

Karte Nummer Seltenheit Ungegradet, 12.09.2026
Glurak 4/102 Stern, Holo Rare 374,60 US-Dollar
Turtok 2/102 Stern, Holo Rare 99,62 US-Dollar
Bisaflor 15/102 Stern, Holo Rare 86,56 US-Dollar

Gleiches Set, gleiches Jahr, gleiches Seltenheitszeichen, und zwischen der teuersten und der günstigsten liegt mehr als das Vierfache. Das Zeichen erklärt diesen Unterschied nicht, die Nachfrage tut es.

Der zweite Fall ist noch deutlicher. Aus demselben Grundset gibt es ein Machamp mit der Nummer 8/102, glänzend, mit Stern und sogar mit dem Zeichen der ersten Auflage. Nach allen Merkmalen, die ein Anfänger prüft, ist das die perfekte Karte. Nur lag sie in jedem einzelnen 2-Player Starter Set bei und war aus Boostern des Grundsets gar nicht zu ziehen. Sie wurde also in ganz anderer Menge gedruckt als die übrigen glänzenden Karten desselben Sets, während das Symbol darauf dasselbe bleibt. Wer nur auf Stern und Erstauflage sieht, liegt hier vollständig daneben.

Daraus folgt die Reihenfolge beim Bewerten: erst die Karte genau bestimmen, dann die Seltenheit ablesen, dann den Zustand, und erst danach echte Verkäufe suchen. Diesen Weg in fünf Schritten beschreibt Pokémon-Karten Wert ermitteln. Warum zwischen zwei Zuständen derselben Karte oft mehr liegt als zwischen zwei Seltenheitsstufen, steht in Wie der Preis einer Sammelkarte entsteht.

Seltene Pokémon-Karten finden: was wirklich hilft

  • Sieh die Nummer an, nicht nur das Symbol. Eine Zahl über der Setgröße ist der sicherste schnelle Hinweis.
  • Trenne nach Glanz. Alles Glänzende in einen eigenen Stapel, bevor du irgendetwas bewertest. Das dauert Minuten und verhindert den teuersten Fehler.
  • Achte auf das Alter, aber verlass dich nicht darauf. Alte Karten wurden ebenfalls millionenfach gedruckt. Was sie selten macht, ist der Zustand, nicht das Erscheinungsjahr.
  • Prüfe die Echtheit, bevor du dich freust. Gerade die begehrten Stufen werden gefälscht, siehe Fälschungen erkennen.
  • Rechne erst dann über Grading nach. Ob sich das Benoten lohnt, entscheidet der Abstand zwischen den Noten, nicht die Seltenheit, siehe Grading: Wann sich das Benoten einer Karte lohnt.

Häufige Fragen

Welche Seltenheitsstufen gibt es bei Pokémon-Karten?

Klassisch drei: Kreis für häufig, Raute für nicht häufig, Stern für selten. Seit 2023 kommen Double Rare, Illustration Rare, Ultra Rare, Special Illustration Rare, Hyper Rare, ACE SPEC Rare und Shiny Rare dazu, unterschieden an Zahl und Farbe der Sterne.

Was bedeutet der Stern auf einer Pokémon-Karte?

Ein einzelner schwarzer Stern steht für selten. Glänzt die Karte zusätzlich, spricht der Markt von Holo Rare. Ein schwarzer Stern mit dem Wort PROMO daneben bedeutet dagegen etwas anderes, nämlich eine Promokarte außerhalb der regulären Sets.

Woran erkenne ich eine besonders seltene Karte?

An der Nummer: Ist die erste Zahl größer als die Setgröße, ist es eine geheime Seltenheit. Und an den Sternen: zwei goldene Sterne stehen für die Special Illustration Rare, die in modernen Sets meist am stärksten gesucht wird.

Sind seltene Pokémon-Karten automatisch viel wert?

Nein. Die Seltenheitsstufe sagt nur, wie oft eine Karte im Booster vorkommt. Drei glänzende Karten aus demselben Grundset von 1999 mit demselben Sternsymbol lagen am 12. September 2026 laut PriceCharting zwischen 86,56 und 374,60 US-Dollar auseinander. Über den Preis entscheiden Nachfrage und Zustand.

Wo steht die Seltenheit auf neuen Karten?

Unverändert unten rechts, neben Setsymbol und Kartennummer. Bei Vollbild-Illustrationen rutscht die Zeile etwas tiefer und wird kleiner gedruckt, sie steht aber weiterhin auf der Vorderseite.

Kurz gesagt

Kreis, Raute und Stern decken den größten Teil jeder Sammlung ab, die Stufen mit mehreren Sternen kamen 2023 dazu, und die Nummer neben dem Symbol verrät geheime Seltenheiten schneller als jedes Zeichen. Was das Symbol nicht kann, ist einen Preis nennen: Es zählt Booster, nicht Käufer. Wer eine Sammlung durchgeht, trennt deshalb erst nach Glanz und Nummer und bewertet danach, statt sich auf einen Stern zu verlassen.

Und wenn die guten Karten gefunden sind: Bei Slabhit zeigt der Verkäufer jedes Item live vor der Kamera, geboten wird in Echtzeit, und es kostet 5 Prozent Plattformgebühr vom Verkaufspreis sowie die Zahlungsgebühr von Stripe. Das Soft Opening ist am Dienstag, dem 15. September 2026, um 18 Uhr, und den Termin bekommst du über die Warteliste.

Stand dieses Textes: 12. September 2026. Die Preise sind Marktwerte einer Preisdatenbank für den nordamerikanischen Handel, keine Angebote und keine Ankaufspreise; sie ändern sich täglich. Was hier steht, ist keine Anlageberatung. Quellen, abgerufen am 12. September 2026: