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Pokémon-Karten aus Japan bestellen: Zoll, Steuer und Versand

Zollfreigrenze weg, 3 Euro Pauschalzoll, 2 Euro Abfertigung, 19 Prozent Steuer: was ein Paket japanischer Karten 2026 wirklich kostet.

Von , Mitgründer von Slabhit · · 10 Minuten Lesezeit

PSA-10-Etikett einer japanischen Glurak-ex Special Art Rare aus dem Set SV2a mit Preisschild 790 Euro, darunter der japanische Kartenname, Bildschirmfoto aus der Slabhit App während der Opening Show

Pokémon-Karten aus Japan bestellen kostet seit dem 1. Juli 2026 mehr als vorher, und zwar nicht wegen der Karten, sondern wegen des Zolls. Die Zollfreigrenze für Sendungen bis 150 Euro ist entfallen. Stattdessen wird ein Pauschalzoll von 3 Euro je Warenkategorie erhoben, ab dem 1. November 2026 zusätzlich eine Abfertigungspauschale von 2 Euro je Warenkategorie, und die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent kommt wie bisher auf jede Sendung. Hier liest du, was bei einem Paket mit japanischen Boostern oder Slabs zusammenkommt, wie du es vorher ausrechnest und woran eine Sendung beim Zollamt hängen bleibt.

Was sich am 1. Juli 2026 geändert hat

Bis Juni 2026 war eine Sendung mit einem Warenwert bis 150 Euro zollfrei. Steuer fiel an, Zoll nicht. Seit dem 1. Juli 2026 gilt das nicht mehr. Der Zoll beschreibt die Regel so: Bei Paketsendungen mit einem Wert bis zu 150 Euro wird für jede enthaltene Warenkategorie eine pauschale Zollabgabe von 3 Euro erhoben. Entscheidend ist dabei nicht die Zahl der Karten, sondern die Zahl der Positionen in der Zollanmeldung. Ein Paket mit fünf gleichen japanischen Boosterpacks ist eine Kategorie und kostet 3 Euro Zoll. Liegen in demselben Paket Booster, eine Kartenhülle und ein Sammelalbum, sind es drei Kategorien und 9 Euro.

Das ist der wichtigste Satz für jede Bestellung in Japan: Eine Sendung mit vielen verschiedenen Artikeln wird teurer als dieselbe Warenmenge in einer einzigen Kategorie. Wer Karten und Zubehör zusammen ordert, zahlt für jede Gruppe erneut.

Ab 1. November 2026: die Abfertigungspauschale

Zum 1. November 2026 kommt nach Angaben des Zolls eine zweite Pauschale hinzu, die Abfertigungspauschale, im EU-Recht Union Handling Fee genannt. Sie beträgt 2 Euro je Warenkategorie und fällt unabhängig vom Warenwert an, also auch bei einem Paket über 150 Euro. Der Zoll nennt dazu selbst ein Beispiel: Vier Paar Socken ergeben 3 Euro Zoll und 2 Euro Abfertigungspauschale; vier Paar Socken, ein Plüschtier und ein Ladekabel ergeben 9 Euro Zoll und 6 Euro Abfertigungspauschale. Für ein Paket Booster aus Japan heißt das: 5 Euro Pauschalen, bevor die Steuer überhaupt gerechnet wird. Der Zoll führt den Termin mit dem Zusatz „nach jetzigem Stand“, Stand 30. Oktober 2026.

Die Einfuhrumsatzsteuer rechnet mit Porto

Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt 19 Prozent, der ermäßigte Satz von 7 Prozent gilt für Waren wie Lebensmittel und Bücher, nicht für Sammelkarten. Bemessungsgrundlage ist nicht der Kaufpreis, sondern der Zollwert plus der Zoll. Der Zollwert ist der Warenwert plus die Transportkosten bis zur EU-Außengrenze, und weil sich Porto nicht nach Kilometern aufteilen lässt, zählt der Zoll das gesamte in Rechnung gestellte Postentgelt mit. Genau das überrascht beim ersten japanischen Paket: Die 25 Euro Versand, die der Händler verlangt, erhöhen die Steuer mit.

Was ein Paket aus Japan wirklich kostet

Gerechnet mit den Sätzen des Zolls, einer einzigen Warenkategorie und der Abfertigungspauschale ab dem 1. November 2026 sieht eine Bestellung so aus. Die Steuer ist jeweils auf Zollwert plus Zoll gerechnet, so wie der Zoll den Rechenweg vorgibt.

Warenwert Porto Zollwert Pauschalzoll Abfertigung Steuer 19 Prozent Du zahlst
20,00 Euro12,00 Euro32,00 Euro3,00 Euro2,00 Euro6,65 Euro43,65 Euro
30,00 Euro15,00 Euro45,00 Euro3,00 Euro2,00 Euro9,12 Euro59,12 Euro
80,00 Euro20,00 Euro100,00 Euro3,00 Euro2,00 Euro19,57 Euro124,57 Euro
140,00 Euro25,00 Euro165,00 Euro3,00 Euro2,00 Euro31,92 Euro201,92 Euro

Die letzte Spalte ist Warenwert plus Porto plus alle Abgaben. Die Servicepauschale des Beförderers ist darin nicht enthalten, dazu unten mehr. Am unteren Ende tut die Rechnung am meisten weh: Bei 20 Euro Warenwert sind 11,65 Euro Abgaben über die Hälfte des Kartenpreises. Eine kleine Testbestellung aus Japan ist damit die teuerste Art, japanische Karten zu kaufen. Sinnvoller ist eine größere Sendung in einer Kategorie, bei der sich Porto und Pauschalen auf mehr Ware verteilen.

Über 150 Euro Warenwert: Zoll nach dem Zolltarif

Ab einem Warenwert von 150 Euro greift die Pauschale nicht mehr. Dann wird der Zoll nach dem Regelzollsatz des Gemeinsamen Zolltarifs der Europäischen Union erhoben, und der hängt davon ab, wie die Ware eingereiht wird. Die Beispielliste des Zolls für gängige Warenarten führt Sammelkarten nicht auf, und der Zoll setzt unter seine Liste ausdrücklich den Hinweis, dass die genannten Sätze nur Anhaltspunkte sind und je nach Beschaffenheit der Ware abweichen können. Wer für eine große Bestellung Sicherheit braucht, holt die Einreihung vorab beim Zoll ein, statt sie zu schätzen.

Wie die Rechnung dann läuft, zeigt der Zoll an einem eigenen Beispiel, und zwar an einer Bestellung in Japan: Eine Bluse für 200 Euro mit 35 Euro Transportkosten ergibt einen Zollwert von 235 Euro, bei 12 Prozent Zollsatz 28,20 Euro Zoll, darauf 19 Prozent Steuer auf 263,20 Euro, also 50,01 Euro, zusammen 78,21 Euro Abgaben. Für Sammelkarten gilt derselbe Weg mit dem für Karten geltenden Satz. Ab 150 Euro Warenwert ist außerdem eine elektronische Zollanmeldung nötig, die in der Regel der Beförderer abgibt.

Wer die Abgaben einzieht, und was extra dazukommt

Die Zollanmeldung übernimmt meist der Post- oder Kurierdienst. Er zahlt die Einfuhrabgaben an den Zoll vor und zieht sie bei der Zustellung bei dir ein. Für diese Dienstleistung verlangt er eine Servicepauschale, deren Höhe nicht im Zollrecht steht, sondern in seinen Geschäftsbedingungen. Der Zoll verweist für die Höhe ausdrücklich auf den jeweiligen Dienst. Frage sie vor der Bestellung ab, sonst fehlt in deiner Rechnung der Posten, der sie am Ende sprengt.

Ist der japanische Händler im Import One Stop Shop registriert, fällt bei Waren bis 150 Euro beim Zoll keine zusätzliche Einfuhrumsatzsteuer an, weil der Verkäufer sie bereits abführt und in den Rechnungsbetrag einrechnet. Die Zollanmeldung bleibt trotzdem nötig, und eine Servicepauschale kann trotzdem anfallen. Im Warenkorb erkennst du das daran, dass die Steuer vor dem Bezahlen ausgewiesen wird. Prüfe das in den Geschäftsbedingungen, bevor du bestellst: Der Zoll empfiehlt genau diesen Blick, auch für die Frage, ob Pauschalzoll und Abfertigungspauschale schon im Verkaufspreis stecken.

Pokémon-Mini-Tins stehen aufgereiht in einem offenen Umkarton aus Pappe
Jede Warenkategorie im Paket zählt einzeln: Wer Karten und Zubehör in einer Sendung mischt, zahlt Pauschalzoll und Abfertigung mehrfach.

Wenn die Sendung beim Zollamt landet

Eine Postsendung geht an ein Zollamt, wenn die elektronischen Daten des Absenders für eine Zollanmeldung nicht reichen, etwa weil Angaben zu Wert oder Inhalt fehlen oder unplausibel sind. Maßgeblich sind nicht die Angaben auf dem Aufkleber, sondern die Daten, die die japanische Post oder der Versender übermittelt. Bei Karten aus Japan passiert das häufig, weil der Inhalt knapp als Spielzeug oder Papier angegeben wird und der Wert nicht zur Sendung passt.

Dann hast du vier Wege: die Sendung beim Zollamt abholen, sie selbst über die Internetanmeldung für Post- und Kuriersendungen im Zoll-Portal anmelden, die Postabfertigung von zu Hause nutzen oder die Annahme verweigern. Für die Anmeldung im Zoll-Portal brauchst du eine Registrierung mit ELSTER-Zertifikat oder elektronischem Personalausweis. Wichtig sind die Fristen: Briefsendungen lagern 7 Tage, Pakete 9 Tage, danach gehen sie zurück nach Japan. Ab dem 10. Lagertag kostet die Lagerung mindestens 5 Euro, dazu je 0,50 Euro für jeden weiteren Tag. Die Frist läuft ab der Übergabe an das Zollamt, also möglicherweise schon, bevor der Brief der Post bei dir ist.

Geschenk aus Japan: die 45-Euro-Grenze

Abgabenfrei bleibt eine Sendung aus Japan nur als echte Geschenksendung, und dafür hat der Zoll klare Bedingungen: Gesamtwert bis 45 Euro, von einer Privatperson in Japan an eine Privatperson in der EU, ohne jegliche Bezahlung. Eine Bestellung ist das nicht, auch wenn der Händler „gift“ auf die Zollinhaltserklärung schreibt. Sobald Absender oder Empfänger ein Unternehmen ist, gelten die normalen Wertgrenzen. Wer einen Händler bittet, den Wert niedriger anzugeben, begeht eine falsche Zollanmeldung, und die Sendung ist das Risiko nicht wert.

Vor der Bestellung: was du beim japanischen Händler prüfst

Vier Punkte entscheiden darüber, ob das Paket glatt durchläuft. Erstens die Wertangabe: Sie muss dem Kaufpreis entsprechen und das Porto ausweisen, sonst landet die Sendung beim Zollamt. Zweitens der Versandweg: Ein verfolgbarer Dienst mit Versicherung kostet mehr, erspart dir aber die Frage, wo ein Paket mit Slabs geblieben ist. Drittens die Verpackung: Japanische Händler versenden Booster oft nur in einer Papiertüte, und eine gestauchte Ecke kostet bei einer späteren Benotung mehr als das ganze Porto. Viertens die Zusammenstellung: Je weniger Warenkategorien, je weniger Pauschalen.

Wie die Karten selbst sich von den deutschen unterscheiden, also Format, Rückseite, Seltenheitsstufen und Setkürzel, steht ausführlich im TCG Journal. Woran du bei einem Paket aus dem Ausland eine gefälschte Karte erkennst, zeigen die sechs Prüfungen in unserem Beitrag zu gefälschten Pokémon-Karten. Und wenn die Karten da sind, gilt für Hüllen, Toploader und Lagerung dasselbe wie für deutsche Ware, siehe Karten lagern und versenden sowie Hüllen, Toploader, Acryl.

Japanische Karten weiterverkaufen

Japanische Karten sind in Deutschland gesucht, vor allem in hohen Noten, weil die japanische Produktion als besser zentriert gilt und viele Motive nur dort erschienen sind. Für den Verkauf heißt das zwei Dinge. Erstens: Die Einfuhrabgaben sind Teil deiner Anschaffungskosten. Wer sie nicht mitrechnet, hält eine Karte für günstiger, als sie war. Zweitens: Ab einer gewissen Regelmäßigkeit sieht das Finanzamt mit, dazu steht alles in Karten verkaufen: ab wann das Finanzamt mitliest. Ob sich das Benoten einer importierten Karte lohnt, hängt wie immer an Zustand und Marktwert, nachzulesen in Grading: wann sich das Benoten einer Karte lohnt.

Verkaufen kostet 5 Prozent Plattformgebühr vom Verkaufspreis und keine Einstellgebühr, dazu kommt die Zahlungsgebühr von Stripe. Unsere Live-Auktionen laufen in der Slabhit App, die Termine stehen unter slabhit.de/live.

Für ein einzelnes japanisches Item, das du im Import teuer bezahlt hast, ist die Live-Auktion oft der bessere Weg als ein Festpreis: Bei seltenen Motiven treiben mehrere Bieter den Zuschlag über den Preis, den du dir selbst zugetraut hättest. Wie das abläuft, steht in Pokémon-Karten-Auktion.

Zuschlag einer Live-Auktion in der Slabhit App: 18 Euro, Verkauft, Klassische Auktion
So sieht ein Zuschlag in der Live-Auktion aus: Der Preis steht im Moment des Verkaufs fest.

Häufige Fragen zu Pokémon-Karten aus Japan

Wie viel Zoll zahle ich auf Pokémon-Karten aus Japan?

Bei einem Warenwert bis 150 Euro einen Pauschalzoll von 3 Euro je Warenkategorie, seit dem 1. Juli 2026. Ab dem 1. November 2026 kommen 2 Euro Abfertigungspauschale je Warenkategorie dazu. Über 150 Euro Warenwert gilt der Regelzollsatz des Zolltarifs.

Ab welchem Wert wird eine Sendung aus Japan verzollt?

Ab dem ersten Cent. Die alte Zollfreigrenze von 150 Euro ist zum 1. Juli 2026 entfallen, und die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent fiel schon vorher auf jede Sendung an. Abgabenfrei sind nur echte Geschenksendungen von Privatperson zu Privatperson bis 45 Euro.

Zählt das Porto bei den Abgaben mit?

Ja. Der Zollwert ist der Warenwert plus die Transportkosten, und weil Porto sich nicht nach Kilometern aufteilen lässt, rechnet der Zoll das gesamte in Rechnung gestellte Postentgelt mit. Die 19 Prozent Steuer gehen auf Zollwert plus Zoll.

Was kostet mich ein Paket Booster für 30 Euro aus Japan am Ende?

Mit 15 Euro Porto kommst du auf 45 Euro Zollwert, 3 Euro Pauschalzoll, 2 Euro Abfertigungspauschale und 9,12 Euro Steuer, zusammen 59,12 Euro. Dazu kommt die Servicepauschale des Post- oder Kurierdienstes.

Warum liegt meine Sendung beim Zollamt?

Weil die elektronischen Daten des Absenders für eine Zollanmeldung nicht reichen, meist bei Wert oder Inhaltsangabe. Briefsendungen lagern 7 Tage, Pakete 9 Tage. Ab dem 10. Lagertag kostet die Lagerung mindestens 5 Euro plus 0,50 Euro je weiteren Tag.

Kann ich die Zollanmeldung selbst machen?

Ja, für Sendungen mit einem Sachwert bis 150 Euro über die Internetanmeldung für Post- und Kuriersendungen im Zoll-Portal. Dafür brauchst du eine Registrierung mit ELSTER-Zertifikat oder elektronischem Personalausweis.

Kurz gesagt

Seit dem 1. Juli 2026 ist die Zollfreigrenze von 150 Euro weg: Jede Sendung aus Japan kostet 3 Euro Pauschalzoll je Warenkategorie, ab dem 1. November 2026 zusätzlich 2 Euro Abfertigungspauschale, dazu 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer auf Zollwert plus Zoll, und das Porto rechnet mit. Bei 20 Euro Warenwert sind das 11,65 Euro Abgaben, bei 80 Euro 24,57 Euro. Eine große Sendung in einer Warenkategorie ist deshalb günstiger als drei kleine, eine korrekte Wertangabe billiger als jede Abkürzung, und die Einfuhrabgaben gehören in die Rechnung, wenn du die Karte später wieder verkaufst.

Stand: 30. Oktober 2026.

Hinweis: Bei diesem Beitrag haben uns KI-Werkzeuge unterstützt, einzelne Bilder sind mit KI bearbeitet. Inhalt und Aussagen verantwortet das Slabhit-Team.