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Karten graden lassen: PSA, BGS oder CGC im Vergleich

Wer Karten graden lassen will, entscheidet sich zuerst für einen Anbieter. Was die drei Skalen aussagen und warum dieselbe Karte unterschiedlich bewertet wird.

Von , Geschäftsführer der The Agentics GmbH

Zwei benotete Münzen in verschweißten Gehäusen nebeneinander, jedes mit eigenem Etikett und eigener Note.

Wer Karten graden lassen will, steht zuerst vor der Anbieterfrage, und die ist keine Geschmackssache. Dieselbe Karte, drei Prüfdienste, drei Etiketten, drei Preise. Das wirkt willkürlich, ist es aber nicht: Die Anbieter bewerten unterschiedlich streng, sie zeigen ihre Benotung unterschiedlich, und der Markt bezahlt ihre Etiketten unterschiedlich. Drei Dinge, die man auseinanderhalten sollte.

Die drei Namen

PSA ist der größte Anbieter und im Sammelkartenbereich der Maßstab. Eine Note von 1 bis 10, eine einzige Zahl, keine Aufschlüsselung. Was den Preis angeht, ist ein PSA-Etikett bei Pokémon-Karten in aller Regel das gesuchteste.

BGS, Beckett, kommt aus der Welt der Sportkarten. Die Besonderheit: vier Teilnoten für Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche, dazu die Gesamtnote. Und eine Stufe über der 10 gibt es noch die sogenannte Black Label, wenn alle vier Teilnoten perfekt sind. Das ist die härteste Auszeichnung im Feld.

CGC kommt aus dem Comicbereich und ist im Kartenmarkt der jüngere Anbieter. Bekannt für vergleichsweise schnelle Bearbeitung und ein Gehäuse, das viele optisch bevorzugen. Bei den Preisen liegt CGC im Schnitt hinter PSA, bei manchen modernen Karten aber gleichauf.

Der eigentliche Unterschied: was auf dem Etikett steht

Eine einzelne Zahl sagt: So gut ist die Karte insgesamt. Vier Teilnoten sagen: So gut ist sie in jeder Hinsicht, und hier ist die Schwäche. Beides hat Folgen für den Verkauf.

Bei einer Gesamtnote weiß der Käufer nicht, woran es lag. Eine 9 kann eine leicht verschobene Zentrierung sein oder eine angestoßene Ecke, und für Sammler ist das ein Unterschied. Teilnoten machen das sichtbar, was den Verkauf ehrlicher macht und manchmal teurer, manchmal schwieriger.

Warum dieselbe Karte unterschiedlich bewertet wird

Weil Bewerten kein Messen ist. Es gibt Vorgaben, aber am Ende sieht ein Mensch eine Karte unter Licht an. Zwei Prüfer beim selben Anbieter können sich um eine Stufe unterscheiden, zwei Anbieter erst recht: Der eine gewichtet die Zentrierung stärker, der andere die Oberfläche.

Daraus folgt der Satz, der im Markt am häufigsten missverstanden wird: Eine 9 ist keine 9. Sie ist eine 9 bei diesem Anbieter, in diesem Jahr, bei dieser Kartensorte. Wer Preise vergleicht, vergleicht deshalb immer Anbieter und Note zusammen, nie die Zahl allein.

Was das für deine Entscheidung heißt

  • Verkaufsabsicht: Der Anbieter, dessen Etikett dein Käuferkreis sucht, bringt das beste Ergebnis. Bei Pokémon ist das meist PSA, bei Sportkarten spielt BGS eine größere Rolle.
  • Eigene Sammlung: Dann zählt, was dir gefällt und was du lesen willst. Teilnoten sind dafür oft die interessantere Auskunft.
  • Zeit und Kosten: Bearbeitungsdauer und Preisstufen unterscheiden sich erheblich und ändern sich laufend. Prüfe den aktuellen Stand vor dem Einsenden, statt einer Zahl aus einem alten Beitrag zu glauben.

Ob sich das Benoten überhaupt rechnet, ist die Frage davor. Sie steht in Grading: Wann sich das Benoten einer Karte lohnt, und was seit dem Prüfstandort in Frankfurt anders ist, in PSA in Europa.

Bevor du Karten graden lässt: drei Entscheidungen

Die Anbieterfrage ist nur die erste. Zwei weitere kommen davor oder danach, und wer sie überspringt, zahlt drauf.

  1. Welche Karten überhaupt? Nicht jede Karte trägt die Gebühr. Je Einsendung lohnt sich die Auswahl eher als die Menge, und die Rechnung dazu steht in Grading: Wann sich das Benoten einer Karte lohnt.
  2. Welche Servicestufe? Jeder Anbieter staffelt nach dem angegebenen Wert der Karte und nach der Bearbeitungszeit. Eine teure Karte lässt sich nicht in der günstigsten Stufe einsenden, und die schnelle Stufe kostet ein Vielfaches. Beides ändert sich laufend, deshalb gilt hier dasselbe wie bei den Preisen: aktuellen Stand ansehen, nicht schätzen.
  3. In welchem Zustand geht die Karte raus? Staub und Fingerabdrücke kosten Note, grobes Putzen kostet mehr. Was erlaubt ist und was die Karte ruiniert, steht in Karten reinigen vor dem Grading.

Wie eine Einsendung aus Deutschland praktisch abläuft, mit den konkreten Wegen und Kosten bei PSA, steht in PSA-Grading in Deutschland.

Ein Wort zum Umgehäusen

Es ist möglich, eine benotete Karte aus dem Gehäuse zu lösen und neu einzusenden, in der Hoffnung auf eine bessere Note oder ein gesuchteres Etikett. Das ist erlaubt und wird gemacht. Es ist aber auch ein Risiko: Die Karte muss aus einem verschweißten Gehäuse heraus, und die neue Note kann schlechter ausfallen als die alte. Wer das tut, sollte den Wert kennen, den er aufs Spiel setzt.

Kurz gesagt

Wer Karten graden lassen will, wählt zuerst den Anbieter: PSA gibt eine Zahl und hat im Kartenmarkt das gesuchteste Etikett, BGS gibt vier Teilnoten und die härteste Spitzenstufe, CGC ist der schnellere Herausforderer. Dieselbe Karte kann bei allen dreien anders ausfallen, weil Bewerten ein Urteil ist und keine Messung. Vergleiche deshalb nie die Note allein, sondern immer Anbieter und Note zusammen.

Hinweis: Bei diesem Beitrag haben uns KI-Werkzeuge unterstützt, einzelne Bilder sind mit KI bearbeitet. Inhalt und Aussagen verantwortet das Slabhit-Team.