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PSA 10: was die Note bedeutet und was eine PSA-10-Karte wert ist

PSA 10 heißt Gem Mint: vier scharfe Ecken, voller Glanz, Zentrierung bis 55/45. Was die Note verlangt, wie selten sie ist und was sie am Preis ändert.

Von , Mitgründer von Slabhit · · 10 Minuten Lesezeit

PSA-Etikett eines Glurak ex Special Art Rare aus Japan mit der Note GEM MT 10, darunter ein Preisschild mit 790 Euro, Bildschirmfoto aus der Slabhit App während der Opening Show

PSA 10 ist die höchste Note, die PSA auf ein Etikett druckt, und sie heißt dort Gem Mint. Laut den Benotungsregeln von PSA ist eine PSA-10-Karte eine „virtually perfect card“, also eine praktisch perfekte Karte: vier vollkommen scharfe Ecken, scharfer Druck, voller Originalglanz und kein Fleck irgendeiner Art. Erlaubt ist eine einzige Abweichung, ein leichter Druckfehler, und auch der nur, solange er den Gesamteindruck nicht stört. Für die Zentrierung nennt PSA eine harte Grenze: höchstens etwa 55 zu 45 Prozent auf der Vorderseite und 75 zu 25 auf der Rückseite.

Was eine PSA-10-Karte wert ist, hängt dagegen nicht an der Note allein. Die 10 ist ein Vervielfacher, kein Preis: Bei einer gefragten Karte liegt zwischen der 9 und der 10 oft ein Mehrfaches, bei einer Karte ohne Nachfrage bleibt auch die 10 billig. Dieser Ratgeber zeigt, was PSA für die 10 verlangt, woran sie am häufigsten scheitert, wie selten sie wirklich ist und was sie am Preis ändert. Wie eine Einsendung aus Deutschland abläuft und was sie kostet, steht in PSA Grading Deutschland.

Was die Note PSA 10 verlangt

PSA vergibt ganze Noten von 1 bis 10 und halbe Noten bis 8,5. Über der 10 kommt nichts. Zwei Wettbewerber machen das anders: Der eine führt über seiner Gem Mint 10 noch eine Pristine 10, der andere hebt die perfekte 10 mit einer eigenen Auszeichnung hervor, wenn alle vier Unternoten eine 10 sind. Bei PSA ist Gem Mint 10 das Ende der Skala. Welche Note bei welchem Dienst was heißt, steht in PSA, BGS oder CGC im Vergleich.

Vier Dinge prüft ein Benoter an jeder Karte: Ecken, Kanten, Oberfläche und Zentrierung. PSA druckt davon nur die Gesamtnote aufs Etikett, keine Unternoten. Für die 10 müssen alle vier Stellen stimmen, und die Oberfläche muss ihren Originalglanz vollständig behalten haben. Ein einzelner weißer Punkt an einer Ecke, ein Kratzer im Streiflicht oder ein Abdruck im Karton kostet die 10 schon, bevor es um Zentrierung geht.

Gem Mint 10 gegen Mint 9: der eine Mangel

Der Unterschied zwischen den beiden höchsten Noten ist in den Regeln von PSA bemerkenswert knapp beschrieben. Die 9 heißt Mint und ist laut PSA eine Karte in „superb condition“, die genau einen von drei kleinen Mängeln zeigt: eine sehr leichte Wachsspur auf der Rückseite, einen kleinen Druckfehler oder leicht vergilbte Ränder. Ein Mangel reicht also, und die 10 ist weg.

Merkmal PSA 10, Gem Mint PSA 9, Mint
Eckenvier vollkommen scharfe Eckenscharf, ohne Ausfransen
Oberflächevoller Originalglanz, kein Fleckeine sehr leichte Wachsspur auf der Rückseite erlaubt
Druckein leichter Druckfehler erlaubt, wenn er den Gesamteindruck nicht störtein kleiner Druckfehler erlaubt, dann aber als der eine Mangel
Ränderkeine Vergilbungleicht vergilbte Ränder erlaubt
Zentrierung vornhöchstens etwa 55/45etwa 60/40 bis 65/35 oder besser
Zentrierung hintenhöchstens etwa 75/2590/10 oder besser
Zahl der erlaubten Mängeleiner, und nur beim Druckgenau einer der drei genannten

Die Angaben zur 10 stehen so in den heutigen Regeln von PSA, die Zeilen zur 9 in der Fassung, die der Dienst 2024 veröffentlicht hat. Denn an einer Stelle hat PSA seither nachgeschärft, und zwar bei der Zentrierung der 10. Bis 2024 nannte PSA für die Vorderseite noch eine Spanne von 55/45 bis 60/40, seit 2025 steht dort allein die 55/45. Wer eine Karte nach einer älteren Anleitung ausmisst und auf 58 zu 42 kommt, rechnet mit einer Grenze, die es nicht mehr gibt.

Warum zwei gleich gute Karten verschieden benotet werden

Benoten ist am Ende ein menschliches Urteil, und PSA schreibt das selbst in die eigenen Regeln. Unter der Überschrift zum Augenschein steht dort, dass ein großer Teil der Arbeit objektiv ist, das Messen der Zentrierung etwa oder das Suchen von Druckfehlern, ein kleiner Teil aber nicht. Der Benoter darf nach dem Gesamteindruck entscheiden, und zwar in beide Richtungen:

  • Nach oben. Eine Karte, deren Motiv kaum Kontrast zum Rand hat, fällt leicht außerhalb der Grenze nicht auf. Ist sie an Farbe und Ecken stark, kann sie die Note trotzdem ohne Zusatzkürzel bekommen.
  • Nach unten. Eine Karte mit dunklem Motiv und weißen Rändern zeigt jede Verschiebung. Sie kann die Note verfehlen, obwohl sie rechnerisch dafür messen würde, weil der Markt sie als verschoben ansehen würde.

PSA nennt das ausdrücklich eine seltene Entscheidung und keinen Regelfall. Für dich heißt es trotzdem: Eine Karte an der Grenze ist ein Risiko, kein Anspruch. Dieselbe Karte kann beim zweiten Einsenden anders zurückkommen, und bei einem anderen Prüfdienst ohnehin, weil jeder die vier Stellen anders gewichtet.

Was die 10 ganz verhindert

Manche Karten erreichen keine Note, auch keine niedrige. PSA listet die Gründe mit eigenen Kürzeln auf, und drei davon treffen Sammler am häufigsten:

  • Beschnitt. Sieht eine Kante aus, als wäre sie nachträglich verändert worden, etwa hakig oder ungewöhnlich scharf für die Ausgabe, kommt die Karte ohne Note zurück.
  • Reinigung. Weißmacher an den Rändern, ein Mittel gegen Wachs- oder Süßigkeitenflecken, Reinigungsspray oder Wachs auf der Oberfläche: PSA erkennt das als Veränderung. Was beim Säubern erlaubt ist und was den Wert zerstört, steht in Karten reinigen und aufbereiten.
  • Fehlschnitt. Weicht der Schnitt aus dem Werk vom üblichen Bild der Ausgabe ab, zählt das nicht als Zustand, sondern als Fehler der Ausgabe.

Dazu kommen Zusatzkürzel auf dem Etikett, etwa MK für Schrift oder einen Stiftabdruck. Eine Karte mit Kürzel steht in der Zählung getrennt und verkauft sich schlechter als dieselbe Note ohne. Karten mit Spuren von Veränderung oder zweifelhafter Echtheit benotet PSA grundsätzlich nicht.

Wie selten eine PSA 10 ist

Darauf gibt es keine allgemeine Antwort, nur eine je Karte, und sie steht in der Zählung von PSA. Drei Beispiele aus den CardFacts-Seiten des Dienstes, Stand Oktober 2026:

Karte Exemplare in PSA 10 Exemplare in PSA 9 Anteil der 10 an allen Noten
Glurak, Grundset, erste Edition 123 727 gut 2 Prozent
Pikachu Illustrator, 1998 1 15 rund 2 Prozent
Nachtara-VMAX 215/203, Drachenwandel 21.917 nicht ausgewiesen hoch

Die Spanne erklärt mehr als jede Faustformel. Bei einer Vintage-Karte aus den Neunzigern ist die 10 die Ausnahme, weil Karton und Druck von damals selten durchgehend makellos sind. Bei einer modernen Karte wie dem Nachtara-VMAX, das Sammler Moonbreon nennen, gibt es über 21.900 Exemplare in der höchsten Note, und der Preis hält sich trotzdem, weil die Nachfrage mitgewachsen ist. Wie du diese Zahlen selbst nachsiehst und wo sie täuschen, steht in PSA Pop Report: wie du die Population liest. Was das Nachtara-VMAX in welcher Note bringt, steht in Nachtara-Karte Wert.

Was eine PSA-10-Karte wert ist

Die Note multipliziert den Wert, den die Karte ohnehin hat. Am deutlichsten zeigt das eine einzige Karte in drei Noten: Der Pikachu Illustrator von 1998 ist als PSA 8.5 für 727.120 US-Dollar, als PSA 9 für 1.406.250 US-Dollar und als PSA 10 für 16.492.000 US-Dollar verkauft worden. Zwischen der 9 und der 10 liegt hier fast das Zwölffache. Alle drei Verkäufe stehen mit Datum und Quelle in Die teuersten Pokémon-Karten.

So extrem ist der Abstand nur an der Spitze. Gemessen an drei glänzenden Karten aus dem englischen Grundset liegt die PSA 10 beim Vier- bis Siebenfachen der PSA 9, die Zahlen dazu stehen in PSA-Karten kaufen. Und nach unten gilt die Rechnung genauso: Eine Karte, die lose fünf Euro bringt, bringt in PSA 10 keine fünfhundert. Der Aufpreis für die Note entsteht aus der Nachfrage nach dieser einen Karte, nicht aus dem Gehäuse. Warum das Gehäuse zubleibt und was es beim Verkauf leistet, steht in Was ist ein Slab?

Lohnt das Einsenden, wenn du auf eine 10 hoffst?

Rechne mit der Note, die du wahrscheinlich bekommst, nicht mit der, die du dir wünschst. Drei Fragen führen zur Antwort:

  1. Was bringt die Karte in PSA 9? Liegt die 9 unter den Kosten der Einsendung, ist die 10 eine Wette und kein Plan.
  2. Messe die Zentrierung selbst. Vorderseite über 55 zu 45 heißt: Die 10 ist nach den heutigen Regeln nicht vorgesehen.
  3. Prüfe alle vier Ecken im Streiflicht. Eine einzige weiße Spitze entscheidet die Sache, und sie holt sich an den anderen drei Stellen nichts zurück.

Was die Einsendung kostet und ab welchem Kartenwert sie sich rechnet, steht in Pokémon-Karten graden lassen: wann sich das Grading lohnt. Welche Prüfungen du vorher ohne Werkzeug selbst machst, erklärt TCG Journal unter PSA im Überblick.

Eine PSA 10 verkaufen

Ein Slab mit der höchsten Note verkauft sich am besten, wenn der Käufer alles selbst sieht: die Note oben auf dem Etikett, die Zertifikatsnummer darunter, kein Zusatzkürzel daneben. In einer Live-Auktion bei Slabhit hältst du das Etikett vor die Kamera, die Bieter lesen die Nummer mit, und der Verkaufspreis entsteht in Echtzeit statt in einer Verhandlung. Verkaufen kostet 5 Prozent Plattformgebühr vom Verkaufspreis und keine Einstellgebühr, dazu kommt die Zahlungsgebühr von Stripe. Unsere Live-Auktionen laufen in der Slabhit App, die Termine stehen unter slabhit.de/live.

Häufige Fragen zu PSA 10

Was heißt Gem Mint 10 bei PSA?

Gem Mint ist der Name der Note 10. PSA beschreibt sie als praktisch perfekte Karte mit vier vollkommen scharfen Ecken, scharfem Druck und vollem Originalglanz, ohne Flecken. Erlaubt ist allein ein leichter Druckfehler, wenn er den Gesamteindruck nicht stört.

Wie viel Verschiebung erlaubt PSA für die 10?

Höchstens etwa 55 zu 45 Prozent auf der Vorderseite und 75 zu 25 auf der Rückseite. Bis 2024 nannte PSA vorn noch eine Spanne bis 60 zu 40, heute steht dort nur die engere Grenze.

Was unterscheidet eine PSA 10 von einer PSA 9?

Ein einziger Mangel. Die 9 erlaubt eine sehr leichte Wachsspur auf der Rückseite, einen kleinen Druckfehler oder leicht vergilbte Ränder, und sie lässt vorn eine Zentrierung bis etwa 65 zu 35 zu. Die 10 erlaubt von all dem nur den Druckfehler.

Gibt es bei PSA eine Note über der 10?

Nein. Die Skala von PSA endet bei 10, halbe Noten gibt es nur bis 8,5. Ein anderer Prüfdienst führt über seiner Gem Mint 10 noch eine Pristine 10, ein zweiter zeichnet die perfekte 10 gesondert aus. Bei PSA steht über Gem Mint 10 nichts.

Wie selten ist eine PSA 10?

Das hängt an der Karte. Beim Glurak der ersten Edition tragen gut 2 Prozent aller benoteten Exemplare die 10, beim Pikachu Illustrator gibt es ein einziges, beim modernen Nachtara-VMAX über 21.900, Stand Oktober 2026.

Ist eine PSA 10 immer viel wert?

Nein. Die Note vervielfacht den Wert, den die Karte schon hat. Bei einer gefragten Karte liegt zwischen 9 und 10 oft ein Mehrfaches, bei einer Karte ohne Nachfrage deckt die 10 nicht einmal die Kosten der Einsendung.

Kurz gesagt

PSA 10 heißt Gem Mint und ist das obere Ende der Skala: vier vollkommen scharfe Ecken, voller Glanz, kein Fleck, höchstens ein leichter Druckfehler und eine Zentrierung von höchstens etwa 55 zu 45 vorn und 75 zu 25 hinten. Diese Grenze ist seit 2025 enger als in den älteren Anleitungen. Zur 9 fehlt der 10 oft nur ein Mangel, und den letzten Rest entscheidet der Gesamteindruck, was PSA selbst so beschreibt. Wie selten die 10 ist, steht je Karte in der Zählung des Dienstes, und ihr Wert folgt der Nachfrage nach genau dieser Karte: An der Spitze liegt zwischen 9 und 10 fast das Zwölffache, bei einer Karte ohne Nachfrage nichts.

Stand: 26. Oktober 2026.

Hinweis: Bei diesem Beitrag haben uns KI-Werkzeuge unterstützt, einzelne Bilder sind mit KI bearbeitet. Inhalt und Aussagen verantwortet das Slabhit-Team.